II. Station

Dein Zimmer ist dunkel. Kein Licht, keine Motivation. Alles fühlt sich eng an, schwer. Du fragst dich: Wozu das alles? Der Druck von außen lässt dir ja keinen Raum: Schule, Eltern, Social Media – überall Erwartungen. Erwartungen wie unsichtbare Fesseln. Fesseln, die dich festhalten und dir kaum Luft zur Entfaltung lassen. Du gräbst dich ein, willst niemanden sehen, der Welt den Rücken kehren.
Die Soldaten, der Hauptmann und die Gerichtsdiener der Juden nahmen Jesus fest, fesselten ihn und führten ihn zuerst zu Hannas; er war nämlich der Schwiegervater des Kajaphas, der in jenem Jahr Hohepriester war. (Joh 18,12f.)
Jesus wurde gefangen genommen. Er weiß, dass er leiden wird. Man hat schon längst über ihn entschieden. Jesus mag gefangen sein, aber sein Herz ist frei von Ketten. Sein Vertrauen in Gott gibt ihm eine innere Freiheit, die größer ist als jede äußere Gewalt. Er weiß, sein Leiden hat einen Sinn!
Impulsfragen
- Wo fühlst du dich gefesselt?
- Wann hast du das letzte Mal gespürt: Ich will eigentlich etwas ganz anderes?
- Wer oder was könnte dir helfen, wieder Sinn im Ganzen zu sehen?

Gebet
Gott,
wir stehen vor Dir mit unseren Ängsten,
unserem Druck, unserer Überforderung.
Du weißt, wie es ist, sich ausgeliefert zu fühlen.
Gib uns innere Freiheit, auch wenn um uns herum alles eng ist.
Schenk uns Kraft für jeden neuen Tag
und das Vertrauen, dass unser Leben Sinn hat, auch wenn wir ihn noch nicht sehen.
Bleib bei uns in aller Dunkelheit.
Amen.