I. Station

Dieses fiese Gefühl im Bauch. Es breitet sich aus, wenn du auf dein Handy schaust. Du wartest seit Tagen auf eine Antwort. Deine Nachricht ist zugestellt und gesehen. Du bist blockiert. Du wirst geghostet. Dein Freund entschwindet kommentarlos wie ein Geist aus deinem Leben. Das hast du nicht kommen sehen. Viele Fragen kommen auf. Deine Gedanken kreisen. Du fühlst dich verraten.
Etwa eine Stunde später behauptete wieder einer: Wahrhaftig, der war auch mit ihm zusammen; er ist doch auch ein Galiläer.
Petrus aber erwiderte: Mensch, ich weiß nicht, wovon du sprichst.
Im gleichen Augenblick, noch während er redete, krähte ein Hahn.
Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an.
Und Petrus erinnerte sich an das Wort, das der Herr zu ihm gesagt hatte:
Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
(Lk 22,59–62)
Jesus kennt diesen Schmerz, verraten und ignoriert zu werden, gut. Als er verhaftet wird, verleugnet ihn Petrus dreimal: „Nein, mit diesem Menschen habe ich nichts zu tun!“ Und das tut weh. Nicht nur Jesus, sondern auch Petrus.
Jesus hat das vorhergesagt. Als Petrus merkt, was er getan hat, ist er tief getroffen.
Er war doch so überzeugt von Jesus.
Wie konnte das passieren? Warum hat er ihn in dem Moment so im Stich gelassen?
Impulsfragen:
- Hast du schon einmal Ghosting erlebt? Wie ging es dir damit?
- Wie erlebst du es, wenn Menschen ignoriert werden?
- Bist du einer schwierigen Situation aus dem Weg gegangen und hast damit einen Menschen verletzt?

Gebet
Danke, Gott,
dass Du uns für Beziehungen geschaffen hast und wir Freundschaften genießen können.
Dabei kann Gemeinschaft auch heraus-fordernd sein.
Bitte hilf uns, gute Freundinnen und Freunde zu sein,
Menschen nicht zu ignorieren oder zu verraten,
sondern uns immer wieder zu vergeben.
Amen.